Permanentausstellung

palazzo Orgnani Martina - via Mistruzzi n. 4/9
33010 Venzone (UD)

 

ÖFFNUNGSZEIT
Freitag : 15 - 19

Samstag und Sonntag : 9 - 13 / 15 - 19

 

EINTRITTSKARTE
Erwachsene : 5 euro / Ermäßigt : 4 euro / Schulklassen : 3 euro

Der Orcolat

Der “Orcolat”, die schreckliche Kreatur, die in der volkstümlichen Tradition und in den Erzählungen der Alten das Erdbeben verkörpert, wird dank Techniken der virtuellen Realität nach Jahren wieder erweckt.

Der entstandene Videofilm zeigt mit 3D-Grafik realisierte Szenen, die mit ergreifenden Archivaufnahmen gemixt sind. Damit sollen zwei Ziele erreicht werden: Den Betrachter zutiefst zu berühren und die Einstürze des Doms von Venzone in der Nacht des 6. Mai 1976 getreu zu reproduzieren. Die für den Videobeitrag verwendeten Simulationen sind das Ergebnis der Zusammenarbeit eines Teams von Experten unterschiedlicher Fachgebiete, vom seismischen Ingenieurwesen, bis zur Computergrafik, das sich in der Universität von Udine gebildet hat und die Arbeit mit wissenschaftlicher Strenge in Angriff genommen hat.

Die virtuelle Rekonstruktion des Doms wurde unter Einhaltung der Originalstruktur des Gebäudes realisiert, wobei jeder eingestürzte architektonische Teil nahezu Stein um Stein sorgfältig in 3D-Grafik modelliert wurde. Diese detaillierte Arbeit war notwendig, um die grafische Anlage des Doms realistisch zu reproduzieren, und vor allem, um ein virtuelles Modell zu erhalten, welches sich für die späteren Phasen der seismischen Simulation am Rechner eignen würde. Das virtuelle Modell wurde Belastungen ausgesetzt, die jenen ähnelten, die das wirkliche Gebäude erlitten hatte; diese wurden von den instrumentellen Aufzeichnungen des Erdbebens vom 6. Mai abgeleitet; die von einer Station am Staudamm von Ambiesta stammen, die sich 13 Kilometer Luftlinie von Venzone befindet.

Die Softwaremittel für die physisch-kinematische Simulation haben die realistische Reproduktion des Einsturzes des Gebäudes ermöglicht, und die strukturellen Bedingungen auferlegt, die von den auf die Schwachstellen von Gebäuden spezialisierten Ingenieuren vorgeschlagen wurden.

Jeder einzelne Einsturzbereich wurde eingehenden Analysen und Überprüfungen unterzogen, bis eine Computeranimation erhalten wurde, die in allem mit den Hypothesen der Experten übereinstimmt. Diese Bewertungen werden durch den Vergleich zwischen Animation und fotografischer Dokumentation des Zustands des Doms in den Tagen gleich nach dem Erdbeben ermöglicht. So konnte zum Beispiel die Lage des Giebelfelds der Westfassade auf dem Boden deutliche Hinweise auf die Fallbahn geben, die dann pünktlich auf die Computersimulation übertragen wurde. Damit die Szenen des Einsturzes realistisch dargestellt werden konnten, wurden die 3D-Simulationen durch zusätzliche szenische Elemente vervollständigt, wie zum Beispiel der bei den Einstürzen entstandene Staub und Schutt. Besonderer Wert wurde auf die Untersuchung der Geräusche gelegt, die noch stark im Gedächtnis der Beteiligten eingeprägt sind: Das Geräusch von Tonnen herabstürzender Steine, brechendem Glas, die Schreie, aber vor allem anderen das entsetzliche, dumpfe Grollen, das aus der Tiefe der Erde kommt und den ganzen Körper erzittern lässt. Aus diesem Grund wurde der Vorführsaal mit einer Audioanlage ausgestattet, die Infraschallfrequenzen erzeugen kann, welche die schreckliche Stimme des Orcolat wieder erleben lässt.

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Associazione Comuni Terremotati e Sindaci della Ricostruzione del Friuli