Permanentausstellung

palazzo Orgnani Martina - via Mistruzzi n. 4/9
33010 Venzone (UD)

 

ÖFFNUNGSZEIT
Freitag : 15 - 19

Samstag und Sonntag : 9 - 13 / 15 - 19

 

EINTRITTSKARTE
Erwachsene : 5 euro / Ermäßigt : 4 euro / Schulklassen : 3 euro

Ein neues Friaul

Mit dem Wiederaufbau ist ein neues Friaul entstanden und die auf den Trümmern dieses Erdbebens entstandenen Auswirkungen sind zahlreich.

foto Gabriele Basilico

Im Herzen aller wohnt tiefste Genugtuung darüber, es geschafft zu haben, wenn auch unter großen Opfern. Man überlegt, ob man es besser oder anders hätte machen können, was man verloren hat und was erreicht wurde, in diesem anderen Friaul.

Die Universität von Udine wird gegründet, um ein ständiges Instrument für die Wiedergeburt und Entwicklung dieses Landes zu sein. Formell wird sie 1977 mit dem Gesetz des Wiederaufbaus gegründet. Seit dem November 1978 ist die Universität im Hinblick auf die Zahl der Studenten und Fakultäten, sowie der Forschungstätigkeiten ständig gewachsen, und zeichnet sich durch eine starke Bindung an das Friaul aus.

Eine Generation von mutigen und weitsichtigen Unternehmern lenkt das Wachstum der lokalen Wirtschaft. Das Erdbeben hatte 18.000 Arbeitsplätze vernichtet: Die dunkle Wolke der Emigration, die das Friaul in der Vergangenheit ausgelaugt hatte, zeigt sich erneut. Die fern der Fabriken in Wohnwagen hausenden Arbeiter räumen die Trümmer weg und setzen in Schichtarbeit die Produktion wieder in Stand. Die Unternehmer bauen die Hallen wieder auf und modernisieren die Anlagen. Eine unermessliche gemeinschaftliche Anstrengung, die jedoch gute Ergebnisse zeigt: In wenig mehr als einem Jahr sind die Arbeitsplätze wieder hergestellt und schon 1978 hat der Beschäftigungsstand jenen von vor dem Erbeben um 17% überstiegen.

Durch die bei den Hilfsaktionen für die vom Erbeben betroffene Bevölkerung und dem folgenden Wiederaufbau gemachten Erfahrungen gestärkt, legt die Region Friaul-Julisch Venetien 1986 den Grundstein für eine moderne und effiziente Zivilschutzstruktur. Der Zivilschutz der Region investiert beachtliche personelle und technologische Ressourcen, um den Anforderungen der Zivilgesellschaft im Hinblick auf Vorhersagen, Vorsorge, Hilfeleistung und Wiederherstellung der sicheren Bedingungen auf dem Gebiet zu erfüllen. Eine Eigenart des regionalen Zivilschutzsystems ist das Volontariat, das engmaschig verteilt und in Gemeindegruppen strukturiert ist, die direkt dem Bürgermeister unterstehen.
Der Leitspruch nach dem Erbeben ist “Wiederaufbau und Entwicklung”. So wie der “Wiederaufbau” eher begrenzt und umgehend ist, setzt die “Entwicklung” eine weiträumigere Vision voraus, in der das Friaul südlich der Alpen eine Rolle als Plattform der Begegnung zwischen West- und Osteuropa, aber auch zwischen den mediterranen Ländern und Mitteleuropa spielen kann. Die bestehenden Industriegebiete werden erweitert und neue Produktionszentren geschaffen. Die Versorgungsnetze und das Straßennetz werden ausgebaut.

Die Zivil-Verdienstmedaille, die den Bannerträgern der Region und den 45 zerstörten Gemeinden von dem Staatsoberhaupt verliehen wurde, steht für die staatliche Anerkennung der großen Würde, der Opferbereitschaft und des zivilen Engagements, mit dem das Friaul eine der schönsten Seiten seiner Geschichte geschrieben hat.

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Associazione Comuni Terremotati e Sindaci della Ricostruzione del Friuli