Permanentausstellung

palazzo Orgnani Martina - via Mistruzzi n. 4/9
33010 Venzone (UD)

 

ÖFFNUNGSZEIT
Freitag : 15 - 19

Samstag und Sonntag : 9 - 13 / 15 - 19

 

EINTRITTSKARTE
Erwachsene : 5 euro / Ermäßigt : 4 euro / Schulklassen : 3 euro

Der Wiederaufbau ist eine Baustelle

Das Friaul wird zu einer riesigen Baustelle, am Horizont ragen zahllose Kränen empor, auf den Straßen herrscht ein unablässiges Kommen und Gehen von Lastwagen. Trümmer und Neues schaffen eine surreale Landschaft.

foto Graziano Soravito

Die Gemeindeämter werden zum Rückgrat des Wiederaufbaus. An sie wenden sich die Bürger, um Informationen und Ratschläge einzuholen und ihre Rechte geltend zu machen. Die Gemeinde wird zu dem Ort, an dem die Menschen am Wiederaufbau teil nehmen.
Der Staat honoriert das Engagement: Die versprochenen Finanzierungen treffen vollständig und pünktlich ein. Die Region stellt für die Kontrolle der Aufwendungen geeignete Instrumente bereit. Ein System zur Zusammenlegung der Ausschreibungen wird ausgearbeitet, um die Kosten niedrig zu halten und auch in den schwierigsten Zonen eingreifen zu können. Der Wiederaufbau erfordert Korrektheit und Verantwortungsbewusstsein. Die Region verfügt über die erforderlichen Instrumente, um die Verwendung der Finanzierungen zu überwachen und jede Vergeudung der Ressourcen zu vermeiden. Die Handhabung der Gelder ist auch ein demokratischer Prozess. Ganze 34% der insgesamt für den Wiederaufbau bereitgestellten Geldmittel werden von den Bürgermeistern in ihrer Eigenschaft als delegierte Funktionäre der Region verwaltet. Die Kontrolle der Bevölkerung ist direkt und engmaschig.

Die Stadtplanung macht im Erbebengebiet einen bemerkenswerten Qualitätssprung und involviert Administratoren, Professionisten und Bürger. Der detaillierte Bebauungsplan der Ortschaften ist ein grundlegendes städtebauliches Instrument des Wiederaufbaus. Da alle betroffen sind, ist die Teilnahme der Bevölkerung groß. Der detaillierte Bebauungsplan: Ermittelt den Sachverhalt von vor und nach dem Beben, legt in grafischen Ausarbeitungen und Normen die Entscheidungen der Gemeinden in Bezug auf die Gestaltung der Ortschaften, das Straßennetz, die Zweckbestimmung der Flächen, die öffentlichen Einrichtungen, die Produktionstätigkeiten, die technologischen Netzwerke, die Parameter der Bebauung und die Merkmale der Gebäude fest; bestimmt die Prozeduren zum Schutz der Bürger; und um die Durchführung zu vereinfachen, teilt er die Ortschaften in “Kompartiments” auf, in denen der Wiederaufbau mittels Eingriffen von Privatleuten oder der Gemeinde erfolgen kann.

Der Wiederaufbau wird jedoch auch durch die Solidarität ermöglicht, die das Friaul auf seinem Weg zur Neugeburt begleitet hat: Viele Länder, auch weit entfernte, leisten konkrete Beihilfe zum Wiederaufbau unserer Dörfer. Zahlreiche Volontariatsverbände eilen sofort nach dem Beben im Mai herbei. Der Nationale Verband der Alpini realisiert ein unvergleichliches Unterfangen: 3.280 instandgesetzte, 76 renovierte, 50 wieder aufgebaute Häuser, 63.000 qm instandgesetzte Dächer. Die Regierung der Vereinigten Staaten stellt den Alpini Mittel zur Verfügung: 43 Millionen Dollar, mit denen 7 Schulanlagen und 8 Seniorenheime gebaut werden. Bei der nationalen und ausländischen Presse findet das Erdbeben im Friaul große Resonanz, mobilisiert die öffentliche Meinung, fördert die dem Wiederaufbau zugedachten Spendenaktionen. Die “Fogolars Furlans” rufen zahlreiche Initiativen ins Leben, deren Zweck es ist, Hilfsmittel für das Friaul zu sammeln. Öffentliche Stellen, Verbände, Diözesen organisieren Spendenaktionen und realisieren gezielte Eingriffe.

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Associazione Comuni Terremotati e Sindaci della Ricostruzione del Friuli