Permanentausstellung

palazzo Orgnani Martina - via Mistruzzi n. 4/9
33010 Venzone (UD)

 

ÖFFNUNGSZEIT
Freitag : 15 - 19

Samstag und Sonntag : 9 - 13 / 15 - 19

 

EINTRITTSKARTE
Erwachsene : 5 euro / Ermäßigt : 4 euro / Schulklassen : 3 euro

Die “Maschine” läuft

Der Wiederaufbau erfolgt in einem Klima der allgemeinen Verantwortung.

Es ist vor allem eine Mobilmachung der Gemüter, die von dem Erlebten bis ins tiefste aufgewühlt sind. Jede Komponente der Gesellschaft und der Institutionen fühlt, dass sie ihren Beitrag leisten muss.

Das Werk ist unermesslich. Nur eine perfekt koordinierte Organisation kann die gewaltige Aufgabe bewältigen, die der Wiederaufbau des Friauls darstellt. Das Prinzip dieser “Maschine” ist die Delegierung nach unten: vom Staat auf die Region, von der Region auf die Gemeinden. Letztere spielen eine wesentliche Rolle. Sie werden mit verwaltungstechnischen, urbanistischen und technischen Mitteln ausgestattet. Sie bereiten die Projekte vor, schreiben die Arbeiten aus und überwachen die Ausführung. Um die Disponibilität der finanziellen Mittel zu beschleunigen wird der Bürgermeister zum delegierten Funktionär der Region ernannt. Er ist persönlich für die Bearbeitung der Zuschussanträge, die Prüfung der Projekte der zu finanzierenden Arbeiten und die Ausstellung der Zahlungsanweisungen verantwortlich. Die “Institutionen” sind nicht länger eine abstrakte Entität: sie haben einen Namen und ein Gesicht.

Giunta, Comelli, ChiavolaEs genügt nicht, sich zu organisieren: Es werden Personen gebraucht, die in der Lage sind, auf jeder Ebene die Dinge in Gang zu setzen. Einige werden zum Symbol des Wiederaufbaus. Mit dem Regionalgesetz Nr. 53 vom 6. September 1976 wird das außerordentliche Generalsekretariat eingesetzt, welches die Merkmale der “Authority” erhält und über eine weitgehende technische und finanzielle Entscheidungsfreiheit verfügt Das Generalsekretariat untersteht direkt dem Präsidenten des Regionalrats, Antonio Comelli, und wird energisch von Ing. Emanuele Chiavola geleitet.

Gabinetto Fotografico Nazionale, ICCD Ministero per i Beni e le Attività Culturali, Roma

Auch die Kirche des Friauls leistet ihren Beitrag. Sie stellt sich an die Seite der Menschen und spielt eine Hauptrolle in der Not und während des folgenden Wieder-aufbaus. Sie organisiert Hilfsaktionen mit Hilfe der Caritas, der katholischen Verbände, der Pfadfinder, der Partner-schaften zwischen den Pfarreien der erdbebengeschädigten Dörfer und der italienischen Diözesen. Sie steht den Erdbeben-opfern spirituell und materiell zur Seite, hält die betroffenen Gemeinden zusammen, flösst Vertrauen in das Wiedererstehen der zerstörten Dörfer und des Friauls ein. Mutig wendet sie das Prinzip “zuerst die Häuser, dann die Kirchen” an, der von der Kirchengruppe “Glesie Furlane” vorgeschlagen wurde. Und auch jetzt skandiert der Gottesdienst, häufig unter improvisierten Bedingungen, das Leben der Bevölkerung.

Das Erdbeben hat genau die Orte getroffen, die mehr als andere die ältesten und wertvollsten historischen Zeugnisse der Geschichte des Friauls bewahrt haben. Neben den Denkmälern beschädigt das Erdbeben auch zahlreiche historisch-künstlerische Güter. Fresken, Stein- und Holzstatuten, Gemälde, Altare, Orgeln, Goldgerätschaften, Einrichtungsgegenstände liegen unter den Trümmern. Hunderte von Freiwilligen graben die Kunstwerke aus den Trümmern und bringen sie zu den Sammelstellen, wo Liebhaber und Experten die geborgenen Scherben zusammensetzen. Im Zentrum für Katalogisierung und Restaurierung von Villa Manin in Passariano werden neue Restauratoren ausgebildet. Der Großteil der Werke wird den Herkunftsgemeinden zurückerstattet.

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Associazione Comuni Terremotati e Sindaci della Ricostruzione del Friuli