Permanentausstellung

palazzo Orgnani Martina - via Mistruzzi n. 4/9
33010 Venzone (UD)

 

ÖFFNUNGSZEIT
Freitag : 15 - 19

Samstag und Sonntag : 9 - 13 / 15 - 19

 

EINTRITTSKARTE
Erwachsene : 5 euro / Ermäßigt : 4 euro / Schulklassen : 3 euro

Wissenschaft, Technik und Normen

Die Arbeiten für den Wiederaufbau verlangen von der wissenschaftlichen Gemeinschaft, den Professionisten, Firmen und Institutionen die Lösung sehr komplexer Probleme.

DT2 - Documento tecnico n. 2. Raccomandazioni per la riparazione strutturale
degli edifici in muratura, Regione Autonoma Friuli Venezia Giulia, 1977

Erdbeben sind nämlich ein Phänomen, das im Italien der siebziger Jahre noch wenig erforscht ist und die moderne Seismologie steckt noch in den Kinderschuhen. Es gibt keine früheren Erfahrungswerte, auf denen man aufbauen könnte. Die Wiederherstellung der Gebäude stellt dem Ingenieurwesen ganz neue Probleme. Das dynamische Verhalten von Gebäuden aus Stein ist nicht bekannt, man weiß weder, wie man eingreifen müsste, um sie erdbebensicher zu machen, noch mit welchen Techniken die strukturellen Schäden repariert werden können. Die Welt der wissenschaftlichen Forschung und Technologie wird mobilisiert. Es werden Festigkeitsprüfungen an den Materialien durchgeführt, Modelle der statischen Berechnung werden ausgearbeitet, um die Planung zu unterstützen, es werden Bauverfahren untersucht, welche den Gebäuden vermehrte Solidität verleihen sollen. Eine Herausforderung, die in kurzer Zeit zu einem schnellen Fortschritt der Kenntnisse und zu deren ebenso raschen Verbreitung führt.

Neben den Beschä-digungen der Gebäude hat das Erdbeben auch offenkundige Narben in der Umwelt hinterlassen und in manchen Fällen sogar das Aussehen der Landschaft verändert. Hunderte von Erdrut-schen reißen große Wunden in die Berg-hänge. Das Gelände weist tiefe Spalten auf. Aus dem Untergrund tritt sandiges Wasser aus. Die Auswirkungen des Erdbebens führen zu Erkenntnissen, die für die Vorsorge und die Notfallhandhabung bei ähnlichen zukünftigen Ereignissen von Nutzen sein werden. Die zahlreichen Studien der Mikrozonierung, die in den am meisten von dem Beben betroffenen Ge-bieten durchgeführt werden, stellen einen echten Wendepunkt dar. Die Gebiete mit den größten geologischen, seismischen, hydrologischen Risiken und Erdrutschgefahr werden abgegrenzt.

Daneben wird klar, dass der gesamte Wiederaufbau Transparenz, gemeinsame Regeln, verlässliche technisch-wirtschaftliche Parameter, Kontrolle der Kosten verlangt: 1977 werden die grundlegenden Gesetzte verabschiedet, welche die Leitlinien bestimmen, nach denen das Friaul wieder aufgebaut werden soll. Die grundlegenden Gesetze des Wiederaufbaus. Das Staatsgesetz Nr. 546 vom 8. August 1977, das Regionalgesetz Nr. 30 vom 26. Juni 1977 zur Instandsetzung der Häuser, welches bauseitige Maßnahmen und Arbeiten zur erdbebensicheren Anpassung vorsieht, sowie das Regionalgesetz Nr. 63 vom 23. Dezember 1977 zum Wiederaufbau. Die Promptheit, der Umfang der Finanzierungen und die Weitsichtigkeit der Inhalte dieser Maßnahmen sind der Verdienst der friaulischen Abgeordneten und der Mitglieder des Regionalrats. Sie überwinden die politischen Dissonanzen und bilden eine starke Zweckgemeinschaft. Die staatliche Regelung vereinfacht die Prozeduren, stellt die Finanzierungen bereit, dezentralisiert die Verantwortung des gesamten Wiederaufbaus auf die Region Friaul Julisch Venetien. Die regionale Gesetzgebung führt eine zusätzliche, weitgehende Dezentralisierung auf die lokalen Behörden durch. Sie definiert die mit dem Wiederaufbau beauftragten Institutionen, richtet die technischen Strukturen ein, welche die korrekte Umsetzung der Normen überwachen.

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Associazione Comuni Terremotati e Sindaci della Ricostruzione del Friuli