Permanentausstellung

palazzo Orgnani Martina - via Mistruzzi n. 4/9
33010 Venzone (UD)

 

ÖFFNUNGSZEIT
Freitag : 15 - 19

Samstag und Sonntag : 9 - 13 / 15 - 19

 

EINTRITTSKARTE
Erwachsene : 5 euro / Ermäßigt : 4 euro / Schulklassen : 3 euro

Der Neuanfang

Während des Winters 1976-1977 verändert das Friaul sein Aussehen.

foto foto Elio e Stefano Ciol

Während die Obdachlosen an der Küste untergebracht sind, wird im Erdbebengebiet fieberhaft gearbeitet, um provisorische Unterkünfte aufzubauen, in denen die Bevölkerung während der Jahre des Wiederaufbaus wohnen soll. Die Schwierigkeiten sind enorm. Die Obdachlosen müssen gezählt, die Orte für die provisorischen Unterkünfte bestimmt werden, die Erschließungsarbeiten müssen ausgeführt, eine enorme Zahl von Fertighäusern aufgebaut werden. Der Stichtag des 30. April 1977 für die Rückführung der Bevölkerung von der Küste in die erdbebengeschädigten Dörfer wird eingehalten. In wenig mehr als sieben Monaten werden während eines besonders strengen Winters 350 Dörfer errichtet, die auf 91 Gemeinden verteilt sind. Es sind 20.000 Unterkünfte, die 75.000 Personen beherbergen können. Das Entstehen dieser Dörfer ist der Armee, der Feuerwehr, den Technikern der Stromversorgungsbehörde ENEL und der Telefongesellschaft SIP, den Unternehmen und zahllosen italienischen und ausländischen freiwilligen Helfern zu verdanken. In manchen Fertighäusern sind Läden, Handwerks- und Landwirtschaftsbetriebe, öffentliche und private Einrichtungen untergebracht. Sie stammen von der Behörde zur Förderung des Handwerks (ESA), der Regionalen Behörde zur Förderung der Landwirtschaft (ERSA), der Handelskammer, den Fachverbänden und der italienischen Post.

Es beginnen die Jahre der “Baracken”. Überall sind Trümmer und Trostlosigkeit. Nach der Katastrophe werden die Trümmer weggeräumt. Es muss entschieden werden, ob beschädigte Gebäude wieder aufgebaut werden können, oder abgerissen werden müssen. Die Prioritäten werden in speziellen Plänen gesetzt. Die Vollstrecker und die Schutthalden werden bestimmt. Sanierbare und einsturzgefährdete Gebäude werden abgestützt. Die Abrissarbeiten werden zu einem entscheidenden Ausgangspunkt für den Wiederaufbau. Trotzdem nimmt das Leben wieder seinen Lauf. Die Dörfer aus Fertighäusern, in denen der Alltag der zerstörten Orte wieder erschaffen wird, bieten den Familien eine provisorische, aber ehrbare Unterbringung. Mit den normalen Tätigkeiten nimmt auch das Leben wieder seinen Lauf. Es entwickelt sich eine intensive soziale und politische Tätigkeit, deren Hauptthema in “Wiederaufbau und Entwicklung” zusammengefasst werden kann. Nun wird klar, dass das Unterfangen des Wideraufbaus schwierig, aber nicht unmöglich sein wird: Es ist der Augenblick der Diskussion und der Auseinandersetzung. Die Komitees der Zeltstädte haben den Weg für die Beteiligung gebahnt: Es wird definiert, wie und wo wieder aufgebaut werden soll. Die Rückkehr nach Hause entzündet die Diskussion über den Wiederaufbau. Jede Gemeinde diskutiert mit ihren Administratoren, wie und wo die neuen Häuser, die öffentlichen Gebäude, die Einrichtungen und die Infrastrukturen erbaut werden sollen. Die Diskussion schließt auch die Techniker ein. Die Wiederaufbaupläne werden in öffentlichen Versammlungen erklärt und diskutiert. Die Diskussion ist äußerst lebhaft. Die manchmal auch harten Auseinandersetzungen sind nützlich und konstruktiv. Es gibt zwei unverzichtbare Kriterien: der Wiederaufbau soll erfolgen wo und wie es zuvor war. Die Prioritäten sind: zuerst die Fabriken, dann die Häuser und zuletzt die Kirchen.

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Associazione Comuni Terremotati e Sindaci della Ricostruzione del Friuli