Permanentausstellung

palazzo Orgnani Martina - via Mistruzzi n. 4/9
33010 Venzone (UD)

 

ÖFFNUNGSZEIT
Freitag : 15 - 19

Samstag und Sonntag : 9 - 13 / 15 - 19

 

EINTRITTSKARTE
Erwachsene : 5 euro / Ermäßigt : 4 euro / Schulklassen : 3 euro

Die erneuten Erdbeben, die Flucht

Der “Orcolat” hat sein zerstörerisches Werk noch nicht beendet.

foto Mauro Galligani

Seit Mai und während des ganzen Sommers hat die Bevölkerung den ständigen zermürbenden Erdstößen Stand gehalten. Mitte September wird die seismische Aktivität jedoch plötzlich wieder furios. Zwischen dem 11. und 15. September wird das Land immer wieder von verheerenden Nachbeben erschüttert. In fünf nicht enden wollenden Tagen zerstören 79 Erdstöße jede Hoffnung, brechen den Willen der Menschen und stürzen das Zeltvolk in tiefste Fassungslosigkeit. Die bereits beschädigten Gebäude zerbröckeln unerbittlich. Die reparierten Häuser werden erneut beschädigt. Wieder sind die Straßen wegen ungeheuren Erdrutschen und Trümmerhaufen unpassierbar. Alle Anstrengungen des Sommers sind zunichte gemacht. Das Friaul wird in eine Situation gestürzt, die noch komplexer ist, als die im Mai, und welche die Unausführbarkeit des Slogans “di bessoi” und “von den Zelten in die Häuser” und die Unwirksamkeit des Regionalgesetzes Nr.17/76 aufzeigt, das keine bauseitigen Maßnahmen und erdbebensichere Anpassungen vorsieht.

Die Wirklichkeit ist dermaßen hoffnungslos, dass die Regierung erneut den mit allen Befugnissen ausgestatteten außerordentlichen Kommissar Zamberletti in die Region sendet. Nun beginnt die Evakuierung eines Großteils der erdbebengeschädigten Bevölkerung. Endlose Reihen von Zivil- und Militärfahrzeugen transportieren Menschen, die wegen der Trennung und wegen der unsicheren Zukunft voller Kummer sind. Für den Kommissar ist es eine ernorme, überaus schmerzliche Aufgabe. Die Unterkünfte müssen gefunden werden, über 40.000 Personen müssen vom Erdbebengebiet in die Badeorte Grado, Lignano, Bibione, Jesolo, Caorle und das Bergdorf Ravascletto gebracht werden und ihre Betreuung ist zu organisieren. Die erste Sorge ist, die einzelnen Gemeinschaften auch an den Bestimmungsorten zusammen zu halten. Die Gemeinden unterstützen sie mit speziellen administrativen Delegationen in den Evakuierungsorten.

Es werden direkte Busverbindungen zwischen den Evakuierungsorten und den Herkunftsdörfern eingerichtet, die jeden Tag tausende Personen befördern, die zu einem aufreibenden Pendlerdasein gezwungen sind.

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Associazione Comuni Terremotati e Sindaci della Ricostruzione del Friuli