Permanentausstellung

palazzo Orgnani Martina - via Mistruzzi n. 4/9
33010 Venzone (UD)

 

ÖFFNUNGSZEIT
Freitag : 15 - 19

Samstag und Sonntag : 9 - 13 / 15 - 19

 

EINTRITTSKARTE
Erwachsene : 5 euro / Ermäßigt : 4 euro / Schulklassen : 3 euro

Der Schmerz, die Angst, der Zorn

Im ersten Tageslicht des 7. Mai 1976 wird deutlich, was vom Friaul nach dem Erdbeben übrig geblieben ist.

foto Giorgio Lotti

Überall Opfer und Ruinen. Es gehen wirre Stimmen um, es fallen die Namen von vermissten, von überlebenden, von zwischen Leben und Tod schwebenden Menschen. Von Stunde zu Stunde ändert sich die Situation dramatisch. Das Friaul besteht aus kleinen Gemeinden, in denen die zwischenmenschlichen Beziehungen eine wichtige Stellung einnehmen. Unter den Trümmern liegen Familienangehörige, Freunde, Nachbarn. Jede Familie hat menschliche und materielle Verluste erlitten. Der unsägliche Schmerz ist allen gemeinsam. Und die Erde hört nicht auf zu beben. Tag um Tag. Die Geschehnisse und die Ohnmacht angesichts der unerhörten Gewalt der Natur haben die Menschen verwirrt. In den Krankenhäusern herrscht frenetisches Treiben. Das Krankenhauspersonal verlegt die Kranken ohne Pause von den einsturzgefährdeten in die sicheren Krankenhäuser, in denen die Verletzten trotz der ständigen Beben ununterbrochen versorgt werden. Die betroffenen Gebiete sind nur schwer erreichbar. Das Telefonnetz ist zusammengebrochen. Auch die Kommunikationssysteme des Militärs sind beschädigt. Funkamateure stellen sich den Behörden zur Verfügung und schaffen Funkbrücken, welche einen genaueren Überblick über die Lage ermöglichen.

Aus ganz Italien eilen Feuerwehrkolonnen in das Erdbebengebiet, um erste Hilfe zu bringen. Obwohl auch Soldaten zu den Opfern gehören und die Kasernen zum großen Teil beschädigt oder zerstört sind, leisten die in der Region stationierten Kommandos der Bevölkerung willkommene Hilfe. Alle staatlichen Korps, die Gesundheitsdienste, die Körperschaften und staatlichen Behörden werden tätig. Von überall eilen viele Menschen herbei, um Hilfe zu bringen: Vertreter der Institutionen und Freiwillige, vereint durch dieselbe Menschlichkeit und Solidarität, die sie dazu bringt, ihr Letztes zu geben. Berichterstatter des Fernsehens und der Presse halten sich an den Orten der Katastrophe auf. Sie sind erschüttert von dem, was sich ihren Augen bietet. Augenblick für Augenblick berichten sie über die Tragödie, die dieses Land getroffen hat. Und sie sind überrascht von der Würde der Menschen des Friauls. Dabei betonen sie ihre außergewöhnliche moralische Stärke, ihre Hartnäckigkeit und Entschlossenheit. Den Willen zum sofortigen Wiederaufbau des Zerstörten. Auch auf die Gefahr hin, es “di bessoi”, allein zu machen.

Bereits am Vormittag des 7. Mai besuchen Ministerpräsident Aldo Moro und Innenminister Francesco Cossiga die am stärksten betroffenen Gebiete. Am Nachmittag trifft sich der Präsident der Republik Giovanni Leone im Palast der Provinz in Udine mit den Bürgezmeistern und Vertretern der regionalen Behörden. In weniger als vierundzwanzig Stunden nach dem Beben wird in Udine der außerordentliche Kommissar der Regierung Giuseppe Zamberletti eingesetzt, der sämtliche im Gebiet anwesenden Kräfte koordiniert. Umgehend werden innerhalb des Erdbeben-gebiets 9 operative Schaltstellen eingerichtet. Jede Schaltstelle besteht aus einem wahren Krisenzentrum, auf das sich die Bürgermeister stützen können, um alle kritischen Momente zu meistern.

Es wird klar, dass das Friaul nicht allein steht.

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Associazione Comuni Terremotati e Sindaci della Ricostruzione del Friuli